Die Präsidentin des Verwaltungsgerichts Münster, Elisabeth Rapsch, tritt mit Ablauf des 31. Mai 2026 in den Ruhestand. Herr Justizminister Dr. Benjamin Limbach händigte ihr am 26. Mai 2026 in Düsseldorf die Urkunde hierüber aus.
Elisabeth Rapsch wurde 1960 in Heiden im Kreis Borken geboren. Sie begann nach dem Abitur 1978 ihr Studium der Rechtswissenschaften in Münster und legte 1983 die erste und 1986 die zweite juristische Staatsprüfung ab. Ihre richterliche Laufbahn begann sie am 1. Januar 1987 in der Sozialgerichtsbarkeit. 1988 wechselte sie zum Verwaltungsgericht Münster, wo sie 1990 zur Richterin am Verwaltungsgericht ernannt wurde. 1999 wurde sie zur Richterin am Oberverwaltungsgericht für das Land Nordrhein-Westfalen ernannt. 2007 kehrte Elisabeth Rapsch als Vizepräsidentin an das Verwaltungsgericht Münster zurück und wurde Vorsitzende der im Wesentlichen mit dem Gebühren-, Umwelt- und Asylrecht befassten 7. Kammer. Zum 1. September 2021 wurde sie zur Präsidentin des Verwaltungsgerichts Münster ernannt und übernahm den Vorsitz der unter anderem mit dem Kommunalrecht, dem Versammlungsrecht und dem Polizei- und Ordnungsrecht befassten 1. Kammer des Gerichts.
In ihre knapp fünfjährige Amtszeit, die sie im generalsanierten Gebäude des Verwaltungsgerichts an der Piusallee begann, fiel zunächst die Bewältigung der Corona-Pandemie, die in rechtlicher Hinsicht zu zahlreichen neuartigen Fragestellungen und einem deutlichen Anstieg der Fallzahlen führte. Gleichzeitig erforderte die dynamische Lage auch von der Behördenleitung ständige Anpassungen: In dieser Zeit konnte die ohnehin bereits fortgeschrittene Digitalisierung der Gerichtsbarkeit weiter forciert und die Grundlage für das heute vorhandene moderne Arbeitsumfeld geschaffen werden. Zwischenzeitlich sind Papierakten vollständig der eAkte gewichen; Video-Verhandlungen und mobiles Arbeiten gehören zum Gerichtsalltag.
In die Amtszeit von Frau Rapsch fallen für den Gerichtsbezirk wegweisende Urteile, etwa zum Hafenmarkt in Münster, zur Vergabe von Kita-Plätzen im Stadtgebiet und der Errichtung einer dritten Gesamtschule, aber auch zu versammlungs- und asylrechtlichen Fragen.
Lieber als auf die Vergangenheit richtet Präsidentin des Verwaltungsgerichts Rapsch zum Abschied indes den Blick in die Zukunft, für die sie das Gericht bei allen Herausforderungen hervorragend aufgestellt sieht. „Mit erfahrenen, teils jahrzehntelang im Haus beschäftigten Kräften, nicht zuletzt aber auch mit hochmotivierten neuen Kolleginnen und Kollegen, wird das Verwaltungsgericht Münster auch in Zukunft und mit Blick auf die hohen Eingangszahlen seinen Auftrag erfüllen, den Bürgerinnen und Bürgern des Gerichtsbezirks Rechtsschutz auf dem Gebiet des öffentlichen Rechts zu gewähren.“
